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Vanille aus Madagaskar, Kakao aus Côte d’Ivoire, eine faire Zukunft
Wie Marie und Bengaly mit Fairtrade ihre Kooperativen stärken
Marie Ronette Botramisy baut Vanille im Nordosten Madagaskars an. Bengaly Bourama ist Kakaobauer in Côte d’Ivoire. Obwohl Tausende Kilometer zwischen ihnen liegen, stehen beide vor ähnlichen Herausforderungen: Klimawandel, unsichere Einkommen in der Landwirtschaft und die Frage, wie der Anbau von Kakao und Vanille auch für kommende Generationen eine Zukunft haben kann.
Beide sind Mitglieder von Fairtrade-zertifizierten Kooperativen, die dem Eiscreme-Hersteller Ben & Jerry’s seine Zutaten liefert. Die Eiscreme ist mit dem schwarzen Fairtrade-Siegel zertifiziert – das heißt, dass alle Fairtrade-verfügbaren Zutaten im Eis, darunter Kakao und Vanille, aus Fairtrade-zertifiziertem Handel stammen.
Wissen weitergeben, Ernten sichern
Für Marie bedeutet die Fairtrade-Zertifizierung Zugang zu Schulungen in regenerativer Landwirtschaft. Als Multiplikatorin ihrer Kooperative LAFIMA lernte sie nachhaltige Methoden wie Kompostierung, Fruchtwechsel und verbessertes Wassermanagement kennen. Heute gibt sie dieses Wissen an andere Mitglieder und Nachwuchsbäuerinnen und -bauern ihrer Kooperative weiter.
„Dank der Unterstützung hat unser Leben eine neue Wendung genommen“, sagt Marie. „Wir sind motivierter denn je, weiter hart zu arbeiten. Darüber hinaus fördern wir Mitglieder unserer Kooperative gezielt, durch die Weitergabe unseres Wissens“
Auch Bengaly erlebt, wie wichtig starke Partnerschaften für die Zukunft des Kakaoanbaus sind. Der ehemalige Student aus Mali entschied sich bewusst für die Landwirtschaft: Sein Vater hatte ihm den Kakaoanbau als unternehmerische Alternative zu Praktika ohne Perspektive empfohlen.
Heute ist Bengaly Kakaobauer und stellvertretender Generalsekretär der Fairtrade-Kooperative COOBADI in Côte d’Ivoire.
In den vergangenen Jahren investierten Bengaly und seine Kolleg*innen von COOBADI gemeinsam mit Partnerorganisationen in Schattenbaum-Setzlinge. Sie helfen, Kakaopflanzen vor zunehmender Hitze, veränderten Regenmustern und Wassermangel zu schützen. Denn Dürre senkt die Erträge und macht die Pflanzen anfälliger für Krankheiten wie das „Cocoa Swollen Shoot Virus“, an dem viele Kakaobäume innerhalb weniger Jahre eingehen können. Zusätzlich setzen viele Familien auf weitere Einkommensquellen, etwa mit Ölpalmen oder manche auch Kautschuk, um unabhängiger von schwankenden Kakaoerträgen zu sein.
Vertrauen als Grundlage für die Zukunft
Für Bengaly steht Fairtrade vor allem für Vertrauen und Zukunftsperspektiven. „Was die Produzent*innen an die Kooperative bindet, ist Vertrauen“, sagt er. „Die Kooperative ist stark, weil wir einen verlässlichen Abnehmer hinter uns haben.“ Gemeint ist Ben & Jerry’s – ein Partner, der laut Bengaly eine besondere Rolle spielt, weil das Unternehmen den „Fairtrade Living Income Reference Price“ zahlt. Dieser Referenzpreis kalkuliert die Produktionskosten deckend ein und um zu einem existenzsichernden Einkommen beizutragen. Für die Mitglieder von COOBADI schafft das mehr Planbarkeit und eine Grundlage, um langfristig in ihre Betriebe, Familien und Kooperative zu investieren.
Die Wirkung zeigt sich nicht nur auf den Feldern. Die Fairtrade-Prämien, ein finanzieller Zuschlag pro Tonne, investiert Maries Kooperative unter anderem in Land für Büros und ein Lagerhaus sowie in sanitäre Anlagen für eine öffentliche Grundschule. Die Kakaokooperative COOBADI stärkt durch Schulungen unter anderem gute Unternehmensführung, klare Rollenverteilung und die organisatorische Arbeit. So entstehen Strukturen, die Bauernfamilien langfristig unabhängiger und widerstandsfähiger machen.
Die Geschichten von Marie und Bengaly stehen stellvertretend für knapp 1,7 Millionen Fairtrade-Produzent*innen. Menschen, die mit Wissen und Unternehmergeist daran arbeiten, Landwirtschaft und Lieferketten nachhaltiger zu gestalten. Und die zeigen, dass fairer Handel Veränderungen möglich macht.
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